Zittau: Ideologisch auf der gleichen Wellenlänge

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Am 18.12.2004 sollte in Zittau eine Neonazi-Aktion gegen die schon längst vollzogene Erweiterung der Europäischen Union stattfinden. Alle waren vor Ort: die Montagsdemofans, die Polizei und die Presse. Die meisten Neonazis um die sog. „Bürgerinitiative Soziales Deutschland“ (BSD) jedoch fehlten. Dafür waren einige andere Rechtsextremisten vor Ort.
Die Neonazis des BSD, die regelmäßig an den Zittauer Montagsdemos teilnehmen (dort auch schon sprechen durften und sogar mit Megafon und Transparent vor Ort waren), hatten wohl keine Lust mehr auf Demo und Grenzblockade.

So fand dann lediglich die Kundgebung auf einem abgelegenen Platz in der Zittauer Südstadt statt. Etwa 25 Antifas schauten der Kundgebung mit gebührendem Abstand zu. Unter den etwa 150 Leuten war der ehemalige Vorsitzende und Pressesprecher der lokalen NPD TORSTEN HIEKISCH, der sich als Ordner präsentierte und aus seiner rassistischen Gesinnung keinen Hehl machte. Seine Neonazi-Vergangenheit und Gegenwart ist anscheinend kein Hinderungsgrund, dass er bei der Organisation der Montagsdemo und der Kundgebung mitwirken darf.

Als einer der Antifas das Wort ergriff, um klar zu fordern, dass Neonazis nichts auf einer Montagsdemonstration zu suchen haben und diese entsprechend von den Demos zu entfernen sind, gab es unter den TeilnehmerInnen ein Pfeifkonzert. Unter anderem tat sich der DSU-Vorsitzende CHRISTFRIED WIEDEMUTH (siehe letzter Bericht) hervor, der wiederholt die Plakataktion von JÜRGEN HÖSL-DAUM, sowie zwei weiterer Neonazis (u.a. STEPHAN ROTH aus Oybin, der sich bei einer vergangenen Montagsdemo unter dem Label BSD vorstellte) verteidigte. Weiterhin leugnete er in einer Diskussion mit den Antifas die Kriegsschuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg (angeblich „haben Polen und Russland angefangen…“).

Wir gehen nicht davon aus, dass unser Protest gegen die ersichtlichen Versuche von Neonazis, die Montagsdemos völlig zu unterwandern, etwas genützt hat. Anscheinend färbt die lokale Politik des „wer uns in den Zusammenhang mit Nazis bringt ist ein Nestbeschmutzer und gehört gemobbt“ auch auf die Menschen ab. So wurde unter anderem der Redakteur der Sächsischen Zeitung angegriffen, da er über die Aktivitäten der Neonazis im Zusammenhand mit der Kundgebung berichtete.

Bei solch einer Konstellation, aus pöbelnden BürgerInnen, GeschichtsrevisionistInnen und Neonazis, wäre es uns lieber, wenn es in Zukunft diese Veranstaltungen einfach nicht mehr geben würde! Leider wird dies aber nicht eintreten, so dass es nötig sein wird, entsprechend antifaschistisch zu intervenieren.

Es gab aber auch etwas Positives an diesem Tag zu verzeichnen:
Erstens dass fast ausschließlich RenterInnen und ältere BürgerInnen diese Kundgebung besuchten und ganz offensichtlich der Nachwuchs fehlt und außerdem gab es im Anschluss an die grausame Kundgebung noch eine antifaschistische Spontandemo durch die Zittauer Innenstadt.

FÜR DIE FREIHEIT – FÜR DAS LEBEN
NAZIS VON DER STRASSE FEGEN!


Published at 19.12.2004 - 14:55:28

 


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