Zittau: Entsprechende Reaktion

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Auf einmal hat die Kundgebung am Samstag in Zittau keinen rechten Hintergrund mehr. Es liege dabei eine Verwechslung vor. Das äußerte der DSU Kreisvorsitzende Christfried Wiedemuth im Namen des „Aktionsbündnis gegen Sozialabbau“ am Freitag in der Sächsischen Zeitung. Tatsächlich mobilisieren Neonazis für die gleiche Kundgebung auf der Neonazi-Homepage „heimatschutz.org“.
Christfried Wiedemuth ist jedoch kein Unbekannter, wenn es darum geht etwas herunterzuspielen. So nahm er eine Rolle bei dem Skandal um die revisionistischen Flugblätter, die vom Görlitzer Stadtrat JÜRGEN HÖSL-DAUM und zwei weiteren Neonazis ein (darunter auch STEPHAN ROTH aus Oybin, der sich als Drahtzieher der „Bürgerinitiative Soziales Deutschland“ bei einer Zittauer Montagsdemo vorstellte). Wiedemuth hatte sich nur gegen die Art und Weise der Aktion gestellt, jedoch nicht gegen den Inhalt der Flugblätter. HÖSL-DAUM sitzt so immer noch für die DSU im Görlitzer Stadtrat.

Allerdings kann man erwarten, dass sich unter die Kundgebung am Samstag eine Menge von Neonazis mischen. Wir gehen nicht davon aus, dass von Seiten der Organisation etwas dagegen unternommen wird, so dass auf jeden Fall antifaschistisch interveniert werden muss. Auch wenn sich Wiedemuth gegen den Missbrauch der Plattform „Montagsdemo“ ausspricht, so heißt das nicht, dass es entsprechend umgesetzt wird bzw. wurde. In Zittau ist es mittlerweile normal, dass sich Neonazis an der Montagsdemo beteiligen.

Antifaschistisch vor Ort: 18.12.2004, 14 Uhr, Zittau, Martin-Wehnert-Platz




Sächsische Zeitung, Zittau, Freitag, 17. Dezember 2004, Von Matthias Klaus
Kundgebung hat keinen rechten Hintergrund
Hartz IV. Die Macher der Montagsdemos in Zittau distanzieren sich klar von extremistischen Trittbrettfahrern.

Die geplante Kundgebung am Sonnabend in Zittau „Gegen Sozialabbau in der Oberlausitz“ hat nichts mit irgendwelchen rechtsextremen Aktivitäten zu tun. Darauf weist jetzt das gleichnamige Aktionsbündnis als Reaktion auf die gestrigen SZ-Beiträge (S. 8 und S. 15) hin. „Die Kundgebung wird wie vorgesehen um 14 Uhr auf dem Martin-Wehnert-Platz stattfinden“, so DSU-Kreisvorsitzender Christfried Wiedemuth gestern gegenüber der SZ. Seine Partei werde sich mit dafür einsetzen, dass es zu keinen Störungen kommt. Die im Internet von einem „Aktionsbündnis Soziales Deutschland“ angekündigten Aktionen (Demos und Blockade von Grenzübergängen) wertet Christfried Wiedemuth als „politische Provokation“. Das „Aktionsbündnis gegen Sozialabbau“ distanziere sich davon aufs Schärfste. „Wenn damit das Ziel erreicht werden soll, uns auseinander zu treiben, so wird das nicht gelingen“, sagt Christfried Wiedemuth.

Gleichwohl räumt er ein, dass die Montagsdemos als Plattform missbraucht werden könnten. „Da sind schon sehr extremistisch gezeichnete Leute reingekommen“, sagt der DSU-Mann. Dagegen werde das Organisationsteam nun vorgehen. „Am Montag werden wir besprechen, wie wir mit diesen Leuten verfahren“, so Christfried Wiedemuth.


Published at 17.12.2004 - 15:05:02

 


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