Märtyrer-spezial

Diese Website existiert in dieser Form nicht mehr. Relevante Infos befinden sich jetzt auf KRASS-OST.blog.com


Märtyrer (griechisch mártys: (Blut)zeuge), Bezeichnung für denjenigen, der einen Glauben, eine Überzeugung, ein Prinzip oder eine Sache „bezeugt", indem er Leid oder den Tod auf sich nimmt.
(Microsoft Encarta Enzyklopädie)

Ergo: Nur ein Toter Nazi ist ein guter!!!

Die Neonazis biegen sich die Geschichten zusammen. Kommt mal ein Kamerad ums Leben, dann hat das einen Grund. Im Prinzip sterben sie den Märtyrer-Tod, sind gefallen im Kampf fürs Reich.
Nationale Gedenkbräuche in Niesky

Der tote Nazi - heidnische Symbolik (hier die Todesstelle auf der Rothenburger Straße)

Der Görlitzer Neonazi fuhr an seinem 21.Geburtstag, dem 23.06.01 betrunken in seinem Auto. Da er zu schnell fuhr, initiierte die lokale Polizei eine Verfolgungsjagd, doch der Neonazi wollte nicht anhalten und erhöhte sogar die Geschwindigkeit und verpasste wohl ein Kurve und prallte mit einem Baum zusammen. Der Neonazi starb daraufhin im Krankenhaus.

Die Nieskyer Neonazis, rund um die sog. Schlesischen Jungs führten zwei Wochen danach (08.07.01), einen Tag nach dem Zittau Märtyrergedenken (07.07.01) um "Holger Müller" einen Art Protestaufmarsch durch. Dieser dauerte nur etwa 10 Minuten, weil er nicht angemeldet war, doch gab man plötzlich der Polizei die Schuld am Tod des 21-jährigen. Sozusagen der Versammlungsleiter war damals der jetzt designierte IWG-Vorsitzende Klaus Menzel aus Niederseifersdorf. Er gab sich als Unterstützer der sog. nationalen Jugend aus.

Die Polizei musste natürlich schuld sein, wenn ein Neonazi stirbt hat das seine Ursachen, die Polizei hier als Sündenbock. In diesem Jahr wurde eine Schweigeorgie der Nieskyer Neonazis im Nieskyer See durchgeführt. Diese Orgie fand am ersten Todestag (23.06.02) statt, wobei sich etwa 40 Neonazis beteiligten, die dann wahrscheinlich die Straße hinunter zum Todesort gegangen sind.

Gedenkgedicht

Zittau
In Zittau gibt es einen festen Termin, der wie der Tod von Holger Müller feststeht. Es ist der Erste Juli-Samstag im Jahr. Denn am 05.Juli 1992 kam der Zittauer Neonazi Holger Müller bei einem rassistischen Mordversuch ums Leben. Er jagte mit zwei weiteren Neonazis drei Afrikaner. Als Müller einen versuchte abzustechen, gelingt es dem Afrikaner das Messer herumzudrehen, wobei Müller in sein eigenes Messer lief. Doch er hätte überleben können, wenn seine Kameraden nicht weggelaufen wären.
Am 06.07.02 kam es nun zum Jubiläum, der 10.Todestag Müllers. Etwa 60 Neonazis, darunter auch welche aus Rügen, die mit einem tollen Transpi aufwarteten. Nationaler Widerstand Ostfriesland. Der Nazimob hörte im Mitte des Aufmarsches einer phänomenalen Kundgebung. Da war die Rede von 1945, da war die Rede von Mediendesinteresse. Doch was hat 1945 mit dem Tod Holger Müllers zu tun? An dieser Stelle wollen wir nicht ausführen, jedeR kann sich was zusammenreimen.

Für die Zittauer Neonazis war alles von Anfang an klar. Die Afrikaner waren schuld am Tod, die blutrünstigen Ausländer, die in Schwämmen nach 1945 in Deutschland eingefallen sind (O-Ton 2002). Die Trauern nach wie vor über den verlorenen Krieg und so sehen auch die Nazi-Mobi-Flyers aus (siehe Bild).

Die Polizei macht da voll und ganz mit. Jedes Jahr werden schwere Geschütze aufgefahren, ganz Zittau in Hand der Polizei, in der ganzen Innenstadt stehen jedes Jahr die Wannen. GegendemonstrantInnen werden alljährlich entweder verplatzverwaist oder in Gewahrsam genommen. Im diesen Jahr gabs Fußball gegen rechts und allgemeines Trübsalblasen, dass man doch nichts machen kann (Polizeiaufgebot). Jedenfalls wurden alle Bäume an der Schliebenstraße mit Einheitskreuzen nächtlich versehen, so dass die Neonazis erst den falschen Baum umtrauerten. Indes sorgte der Nazihaufen für allgemeines Gelächter.

An einem dieser Bäume auf der Zittauer Schliebenstraße lief Holger Müller in sein eigenes Messer

Zwickau
Der 27-jährige Neonazi Enrico Winkler kam bei einer Auseinandersetzung mit Hip-Hopern in Glauchau am 15.05.01 ums Leben. Auch hier diese Militarisierung des Toten, dargestellt im Bild durch dieses Soldatengrab (wie das in Zittau). Gefallen im Kampf ums Reich, gegangen Heim ins Reich.
Die NPD in Zwickau hatte am ersten Todestag zum Trauermarsch geladen. Wahrscheinlich wird das auch in Zwickau Tradition.



Bernsdorf
In Bernsdorf, einer 6000-Einwohner-Stadt in der Nähe von Hoyerswerda kam es am 09.12.00 zu rassistischen Ausschreitungen Bernsdorfer Neonazis. Der 15-jährige Vietnamese Tung, der schon Jahre zuvor der rassistischen Gewalt in Bernsdorf schutzlos ausgeliefert war, wehrte sich und erstach dabei den Bernsdorfer Neonazi Matthias Förster und verletzte einen weiteren mit einem Messer schwer.
Am nächsten Wochenende kommt es zu einem massiven Neonazi-Aufmarsch mit bis zu 300 Teilnehmern. Darunter auch der Bernsdorfer Bürgermeister, der für die PDS als eigentlich parteiloser Bürgermeister agiert.

Mehr dazu bei der Venc Externer Link http://venceremos.antifa.net/dvg-bs/bernsdorf/index.html

Matthias Förster trug bei seinem Tod ein T-Shirt mit der Aufschrift Märtyrer für Deutschland

Natürlich könnte man diese Liste noch erweitern, wie wärs denn noch mit dem 13.02. in Dresden, dem Bombardement der Alliierten 1945 in Dresden Externer Link http://venceremos.antifa.net/13februar/index.html , oder dem 17.06., dem sog. Arbeiteraufstand 1953 in der DDR oder dem Volkstrauertag (19.November - siehe NO PASARAN #4).


Published at 03.11.2002 - 00:34:29

 


Jetzt auch für eure Homepage - RSS Newsfeeds... HOWTO