Neonaziaktion in Görlitz - Wieder revisionistische Flugblätter aufgetaucht

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Krumpholz mit bekennenden Nazi vor der Rothenburger Straße
In den Abendstunden des 21.Oktober 2004 verteilen etwa 15 Neonazis geschichtsrevisionistische Flugblätter vor der Gedenkstelle an der Kahlbaumallee (gegenüber Stadtpark). Sie halten ein Transparent mit der Aufschrift „Wir zahlen für die Verbrechen der Sowjetunion“ sowie eine Schlesien- und eine schwarz-weiß-rote Fahne [1].
Am 21.Oktober 1944 konnte die Rote Armee erstmals deutsche Gebiete erobern. Es war das Dorf Nemmersdorf. Am darauf folgenden Tag soll „unsere Wehmacht“ (zitiert nach Flugblatt) das Dorf wieder zurückerobert haben. Nach ZDF-History war dieser Vorfall ein Propagandazug der Nazi-Maschinerie [2]. Der aktuelle Vorfall zeigt wieder einmal, dass revisionistische Bemühungen Deutscher auch von Neonazis mitgetragen werden.

Unterzeichnet ist das Flugblatt mit Jürgen Krumpholz und dem „Bündnis RECHTS Schlesien“. Krumpholz ist der Drahtzieher der NPD in Görlitz und hat für den Sächsischen Landtag kandidiert. Er ist jedoch nicht über den Listenplatz 15 hinausgekommen und hatte deswegen keine Chancen auf einen Sitz im Landtag. Zuletzt versuchte Krumpholz sich als Jugendschöffe in Görlitz zu bewerben, was aber aufgrund seines bekannten Neonazidaseins nicht klappte. Krumpholz fiel u.a. bei der Montagsdemo in Görlitz am 23.08.2004 auf, wo er zusammen mit 10 weiteren Neonazis rassistische Parolen rief und das Transparent mit der Aufschrift „FÜR EIN NEUES DEUTSCHLAND“ hielt [3]. Damals wurden die Neonazis nicht von der Demonstration entfernt, was auch bei weiteren dieser Demos nicht passiert ist, als dort Neonazis z.T. mit klarer Symbolik (z.B. mit Anti-HartzIV-Plakaten der NPD oder mit Neonazikleidung) mitgelaufen sind.

Der NPD-Görlitz gehört ein Haus auf der Rothenburger Straße 52 in der Görlitzer Altstadt. Nach Informationen von Radio Lausitz ist dort vor der Landtagswahl ein NPD-Büro eingerichtet worden. Weiterhin soll die NPD-Görlitz vor der Landtagswahl einen erhöhten Zuspruch erhalten haben. Viele wollten in die NPD eintreten.

Die Bezeichnung „Bündnis RECHTS Schlesien“ dient als Synonym für die NPD Görlitz und die Kameradschaft „Schlesische Jungs“ aus Niesky. Unter anderem tauchte die Bezeichnung bei dem Neonaziaufmarsch am 08.Mai 2004 in Dresden auf, wo Jürgen Krumpholz zusammen mit anderen Görlitzer Neonazis an dem Aufzug teilnahm.

Nach Recherchen des Beratungsprojekts AMAL-Görlitz kommt es oft zu Gewaltaktionen durch Neonazis [1]. Diese sollen von den sog. „Boot Boys Görlitz“ durchgeführt worden sein. Erst am 26.September 2004 kam es zu einem Angriff auf 2 Jugendliche vor dem Karstadt Gebäude durch Mitglieder der Görlitzer Kameradschaft.

Gerade jetzt, wo Neonazis im Landtag sitzen ist ein verstärktes Engagement gegen Rechtsextremismus notwendig, um der drohenden Stabilisierung von Rechtsextremismus zu begegnen.

Infoteam ostsachseninfos / 03.11.2004
www.ostsachseninfos.tk

[1] Externer Link http://www.amal-sachsen.de/chronik.php
[2] Externer Link http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,2004695,00.html
[3] Externer Link http://lola.d-a-s-h.org/~zittau/news.php?article=468


Published at 03.11.2004 - 16:42:12

 


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