Weg mit dem Rechten Sounddreck!

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Kampagneninfos
Die Kampagne ostsächsischer Antifagruppen gegen die Etablierung von Neonazikonzerten im Dorf Oderwitz (Landkreis Löbau/Zittau) hatte schon nach wenigen Tagen den gewünschten Erfolg. Der Inhaber der Gaststätte "Stern" wird seine Räumlichkeiten nicht mehr den Neonazis zur Verfügung stellen.
Kurzer Indymedia-Bericht mit Fotos

Aufruf zur antifaschistischen Demo in Oderwitz
Weg mit dem Rechten Sounddreck! Zweites Mücka in Oderwitz verhindern!

Pressemeldungen:

[03.12.2005] Oderwitzer Wirt distanziert sich von NPD-Konzert
Es wird klar, dass es keine weiteren Konzerte mehr in den Räumlichkeiten des "Sterns" in Oderwitz geben wird.

[01.12.2005] Konzerte sind Einstiegsdroge in rechte Szene

[30.11.2005] NPD-Nachwuchs will im „Stern“ einheizen

Anscheinend auch ein Grund für Antifaschismus: Das gute Image bewahren! Hier genau zu diesem Thema ein aufklärender Beitrag der Sächsischen Zeitung vom 05.Dez 2005

Mücka. Mit dem Namen des kleinen Dorfes im NOL-Kreis verbindet sich für die meisten nur eins: Die Rechten. Skinheadpartys, Polizeiaufgebote, menschenverachtende Parolen, Fremdenfeindlichkeit, Randale. Wie ein Makel klebt das an dem Ort. Die rechtsextremen Veranstaltungen haben Mücka in Verruf gebracht. Und großes Medieninteresse geweckt: Sogar der New York Times war das ein Artikel wert. Dabei ist der Ort wunderschön, eine Idylle im Biosphärenreservat der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, eine Gegend, in der man Erholung und Entspannung findet.

Und nun also Oderwitz. Mit dem Namen des kleinen Dorfes im Landkreis Löbau-Zittau verbinden sich für die meisten die drei berühmten Bockwindmühlen, die Sommerrodelbahn am Spitzberg oder Kachelmanns Wetterstudio. Dass hierher eines Tages mal die Rechten kommen und eine ihrer berüchtigten Partys feiern – so geschehen am vergangenen Wochenende, damit hatte niemand gerechnet. Auch nicht mit dem großen Medieninteresse: Sogar das ZDF schickte ein Fernsehteam.

Das hat übrigens auch gefilmt, wie ein Ort sich wehrt. Die Oderwitzer konnten die Veranstaltung nicht mehr verhindern, aber sie haben spontan eine Bürgerinitiative gegründet und Zivilcourage gezeigt. Nicht nur des Makels wegen.




AMAL-Redebeitrag, Demo in Oderwitz, 3.12.2005
Externer Link http://www.amal-sachsen.de

Wenn in wenigen Stunden im Oderwitzer „Stern“ rechtsextremistische Bands wie Hauptkampflinie oder Eisenherz ihrem Publikum einheizen, dann wird der Saal und die nähere Umgebung zur „National befreiten Zone“, wie es im Jargon der Rechtsextremen heißt.

Die Texte und Ansagen der Bands werden Ausländerhaß, Herrenmenschentum und totalitäre Phantasien beflügeln, die Folgen sind Ausgrenzung von Minderheiten, Mord und Totschlag.

Die Musik wird über den Abend hinaus ihre Wirkung entfalten. Täglich bekommen sie in Deutschland all jene zu spüren, die nicht ins kleinkarierte, deutschnationale Raster der Rechten passen.

Ich arbeite seit 5 Jahren bei AMAL, einem Beratungsprojekt für Betroffene rechter Gewalt in Sachsen. Ich weiß wovon ich spreche, denn täglich habe ich mit Menschen zu tun, die von Rechten attackiert wurden. Und mit jedem Angriff wurde eine sogenannte „National befreite Zone“ exekutiert, wurden Menschen ihrer Würde beraubt, gedemütigt, geschlagen, getreten.

Wenn sich heute Abend vorrangig junge Menschen im „Stern“ an Rechtsrock berauschen, dann ist das Wasser auf die Mühlen rechtsextrem motivierter Gewalt. Und deshalb müssen wir diesem Treiben die Stirn bieten.

Nur weil diese Konzerte behördlich nicht untersagt werden können, nur weil sie hinter verschlossenen Türen stattfinden, sind sie noch lange nicht akzeptabel oder gar harmlos.

Wenn wir heute und auch in Zukunft gegen Rechtsrockkonzerte mobil machen, dann üben wir unseren aufrechten Gang, dann verteidigen wir unsere eigene Würde.

Denn Rechtsrock ist ein Angriff auf die Menschenwürde. Diesem Angriff die Wirkung zu nehmen, ist unsere Aufgabe, ist Aufgabe jedes und jeder Einzelnen. Kein Delegieren an staatliche Stellen! Kein Verharmlosen und Wegreden! Kein Kopf in den Sand stecken!

Heute hier zu demonstrieren, sind wir jenen schuldig, denen Nazis tagtäglich ihr Recht auf eigene Kleidung und Frisuren, ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit und Freizügigkeit, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und im schlimmsten Fall ihr Recht auf Leben streitig machen.

Wir stehen hier in erster Linie für uns selbst. Aber wir sind auch für jene nach Oderwitz gekommen, die von rechter Gewalt derart eingeschüchtert wurden, daß sie sich nicht mehr auf eine Veranstaltung wie diese trauen. Ihnen möchten wir Mut machen und ihnen sagen, daß sie mit unserer Solidarität rechnen können.

Ich möchte zum Schluß noch einige persönliche Sätze sagen:
Seit 10 Monaten bin ich Vater eines kleinen Mädchens. Jeden Tag entdeckt sie ein kleines Stückchen Welt. Jeden Tag strahlt sie über das ganze Gesicht, wenn man sie anlächelt oder mit ihr Späße macht. Ich möchte, daß dieses Strahlen so lange wie möglich anhält. Ich möchte nicht, daß sich meine Tochter in 15 oder 20 Jahren konfrontieren muß, mit dem was heute abend auf der Bühne des „Stern“ propagiert wird, mit den Männlichkeitsritualen, die dort heute zelebriert werden. Ich möchte nicht, daß meine Tochter später einmal abwägen muß, welche Kleidung sie trägt oder welche Haarfarbe sie wählt, aus Angst, daß diese Wahl sie zur Zielscheibe für rechte Dumpfbacken und Schläger machen könnte.
Auch aus diesem Grund bin ich heute hierher gekommen und ich bin erleichtert, daß ich nicht allein bin.

Besonders danken möchte ich den Menschen aus Oderwitz, die sich heute der Demo angeschlossen haben. Natürlich werden wir mit dieser Demo das Problem der Rechtsrockkonzerte nicht verhindern, aber wir haben einen Anfang gemacht. Nun heißt es dran bleiben, vor allem für Euch hier in Oderwitz. Auf unsere Unterstützung könnt Ihr dabei zählen!

Weg mit dem rechten Sound-dreck!
Danke.




Redebeitrag vom Aktionsbündnis Courage aus Pößneck/Türingen
Externer Link http://abc-poessneck.de/

Thüringisch- Sächsische Solidarität

Wir, das Aktionsbündnis Courage aus Pößneck grüßen euch. Habt vielen Dank für euer Kommen, denn wie wichtig dies ist, brauchen wir euch nicht zu sagen.

"Nationale Musikkultur statt Multikultiunkultur" , so das Motto der heutigen Veranstaltung einiger Unbelehrbarer. Ein schwacher Titel.
Wieder einmal versuchen Rechtsextreme, durch eindeutig rassistisch- faschistische Rockmusik, auf Dummenfang zu gehen. Die Protagonisten predigen Kameradschaft und Zusammenhalt. Dabei vergessen sie, dass nur der sich selbst Fremde einen Führer braucht.
Überall in Deutschland wächst die Zahl der registrierten Konzerte solcher Art, in Sachsen gehören sie zum Alltag.
Auch bei uns in Thüringen will die NPD in den Landtag. Sie wollen Jungwähler für sich begeistern.

Im April gab es im Anschluss an einen NPD-Landesparteitag im Thüringischen Pößneck ein Konzert mit der bekannten Szene-Band "Lunikoff Verschwörung".
Der Sänger Michael Regener feierte hier seinen Abschied, er verbringt die nächsten Jahre hinter Gittern, wegen Volksverhetzung und Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Unsere Stadt Pößneck etabliert sich derzeit zu einem Hort brauner Aktivitäten, da der rechtsextreme Anwalt Jürgen Rieger eine große Immobilie ersteigern konnte.
Es soll ein Schulungszentrum entstehen und Musikkonzerte stattfinden. Sie haben dort Schießanlage, Diskothek, Festsaal und Drucksachenvertrieb.

Die ehemaligen Betreiber der Diskothek "Wodan" in Mücka wollen in Pößneck ihr Modell eines rechtsextremen Clubs fortsetzen.
Ein rechter Aussteiger sagt: „Wir betrachten Musik als Waffe“.
Gerade über den Weg der Musik versuchen die braunen Rattenfänger weitere, noch eher unentschlossene Jugendliche zu ködern. Sie öffnen sich für verschieden Jugenkulturen.

Bei uns in Thüringen nimmt die Zahl der nazistischen Konzerte und Demos erheblich zu. Diverse Merchandise-Vertriebe, an welchen CDs, Kleidung und Propaganda jeder Art erhältlich ist, sind leider allgegenwärtig.

Immer häufiger kommt es zu Übergriffen auf Menschen, die nicht ins Weltbild brauner Kameraden passen.
Aufgeheizt, durch höchst aggressive Lieder ziehen junge Deutsche durch die Strassen und suchen sich Opfer. Die Täter erscheinen wie von fremder Hand gesteuert. Sie Handeln im Glauben, sie kämpften für Deutschland, doch sie tun das Gegenteil.

Wie sagte doch der Neonazi Aussteiger Matthias Adrian: "Der Rechtsextremismus ist der größte Aberglaube des 21. Jahrhunderts"

Es gilt, sich dem Nazismus entgegenzustellen.
Es gilt, die Bevölkerung darüber aufzuklären, was auf Veranstaltungen wie der Heutigen, verbreitet wird.
Es gilt, Besitzer von Kneipen und Sälen aufzufordern, ihre Räume nicht an Nazis zu vermieten.
Es gilt, sich über die regionalen Grenzewn hinweg mit anderen Initiativen, Vereinen und Institutionen zu vernetzen!


Die gesamte Gesellschaft muss handeln und wirksam gegen den Terror vorgehen.

Wir grüßen alle Menschen, die sich heute in Oderwitz getroffen haben, um Courage zu zeigen. Seit laut und mutig.
Ziviler Ungehorsam ist dort notwendig, wo die Zivilisation bedroht ist.



Braune Veranstaltungsserie geplant (Externer Link http://bnr.de/ - blick nach rechts - 01.12.2005)


Oderwitz – In der Gaststätte „Stern“ in Oderwitz in der Oberlausitz soll am ersten Dezemberwochenende ein Konzert mit Neonazis-Bands wie „Hauptkampflinie“ aus Kassel, „Asatru“ aus Bautzen und „Eisenherz“ aus dem Raum Dresden mit etwa 200 Gästen stattfinden.

Eingeladen hat die NPD-Nachwuchsorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) unter dem Motto: „Nationale Musikkultur statt Multikultikultur“. Nach Angaben von Szeneinsidern plant der JN Stützpunkt Oberlausitz im „Stern“, ähnlich wie 2004 in der Diskothek „Wodan“ in Mücka, eine Reihe von Neonazi-Veranstaltungen bis zum Frühjahr 2006. Dem Betreiber der Gaststätte geht es nach Angaben der „Sächsischen Zeitung“ nur „um den Umsatz“, die Saalmiete für die Feier beträgt 150 Euro. Probleme mit den rechtsextremen Mietern hat er nicht. Eine Handhabe gegen die Neonazi-Veranstaltung, die vom JN-Funktionär Martin Pfitzner aus Löbau angemeldet wurde, haben Behörden und Polizei nicht, da das Konzert „in einem geschlossenen Raum“ stattfindet und die potenziellen Gäste „per Einladung angesprochen“ werden. Der Bürgermeister der Gemeinde Oderwitz will auf keinen Fall, dass aus seinem Ort „ein zweites Mücka“ wird. Auch Gastwirtskollegen aus der Region versuchten den Betreiber des „Stern“ umzustimmen. Ein gegenüber liegendes Tankstellengelände wird nun nicht mehr, wie zunächst mit Pfitzner vereinbart, für Parkplätze zur Verfügung stehen. Am Freitag, den 2. Dezember planen aufgebrachte Anwohner eine Bürgerinitiative gegen die rechtsextremen Umtriebe zu gründen – ihr Treffen wollen sie im „Stern“ abhalten. (ar)


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