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Mehrere Zittauer Neo-Nazis vor Gericht

Erster Neo-Nazi wegen Überfall am 02.November 01 auf alternativen Jugendclub angeklagt 
>> Überfall und die Auswirkungen (09.11.01)

Jetzt kommt erst das Ausmaß des Überfalls zum Vorschein, immerhin ist der 22-jährige Neo-Nazi Denis H. aus Zittau wegen versuchten Mord angeklagt. Er soll nach Opferangaben versucht haben mehrere Opfer mit einer Axt zu ermorden, wobei diese den eigenen Tod durch ein schnelles Reaktionsvermögen verhindern konnten. 

Der Prozess soll bis Mitte Juli 02 laufen, nächster Verhandlungstag ist
Donnerstag der 06.Juni 02 am Görlitzer Landgericht.

In dem Zusammenhang wird vom Olbersdorfer Jugendclub gesprochen. Olbersdorf ist Quasi ein Stadtteil von Zittau und liegt unweit der Zittauer Südstadt und damit auch dem Zittauer Neo-Nazi-Haus Südstraße 8. Mitglieder dieses als Jugendclub deklarierten Nazi-Hauses nahmen an dem Aufmarsch des NJB's am 27.04.02, die sich gegen das Umlenken des Zittauer Oberbürgermeisters Arnd Voigt richtete. Sie besitzen gute Kontakte zu den Neo-Nazis des NJB's. 

Olbersdorf: Runen, Bratwurst, Rüssel-Skins (DIE ZEIT - Politik 06/2002 - 31.Januar 2002) über Neonazis aus Olbersdorf 

Weitere Einzelheiten zum Vorfall in dem Artikel der Sächsischen Zeitung:


Sächsische Zeitung, Freitag, 31. Mai 2002
Welche Rolle spielte die Axt?
Nach einem Überfall auf einen Jugendclub muss sich nun ein Zittauer wegen versuchten Mordes verantworten

Von Mario Sefrin

Im Görlitzer Landgericht muss sich seit gestern ein 22-jähriger Zittauer wegen versuchten Mordes verantworten. Er soll im November vergangenen Jahres mit einer Axt auf Gäste eines Jugendclubs in der Zittauer Äußeren Oybiner Straße eingeschlagen haben.

Görlitz. Die Nachricht ging damals durch die Medien. In der Nacht vom 2. zum 3. November sollen 20 bis 25 rechtsorientierte Jugendliche einen von Linken besuchten Jugendclub in der Zittauer Äußeren Oybiner Straße überfallen und dort wie die Vandalen gewütet haben. Mit Knüppeln und Eisenstangen waren die rechten Jugendlichen in den Club eingedrungen und hatten dabei Tische, Türen und Fenster zerstört. Denis H., der Angeklagte, soll sich dabei laut Zeugen besonders hervorgetan haben: Er soll auf zwei Personen mit der Axt losgegangen sein; einmal wurde er zur Seite gedrängt, das zweite Mal verfehlte die Axt den Kopf eines Opfers nur wegen dessen Reaktionsschnelligkeit und traf statt dessen die Couch. So steht es in der Anklage der Staatanwaltschaft.

Denis H. scheint sich der Schwere der Tatvorwürfe bewusst. Er weiß, dass er sich mit dem Geschehen in jener Novembernacht sein ganzes Leben vermasselt habe. Dabei war sein ganzes bisheriges Leben schon nicht leicht, wie die Befragung des Gerichts ergab. Der Vater verließ die Familie mit fünf Kindern beizeiten, die Mutter starb, als Denis 17 war. In Zittau, wo mittlerweile ein Bruder wohnte, absolvierte er ein Berufsvorbereitungsjahr, und hier fand der nach eigener Aussage politisch rechte Jugendliche schnell Anschluss an neue Freunde.

Mit diesen war er auch am Tatabend unterwegs. In den Olbersdorfer Jugendclub sei er gefahren, um hier mit ein paar Bekannten zu trinken. Hier ereilte die Gruppe der Anruf eines weiteren Bekannten. „Der sagte, dass es Stress mit Punkern gebe“, so Denis in der Verhandlung. Nach kurzer Absprache stand fest: „Wir fahren hin.“ Zuerst ging es jedoch zu Denis H. nach Hause. „Ich wollte mir ein paar Sachen mitnehmen, Hilfsmittel für die Auseinandersetzung, wie ein Freund sagte“, erinnert sich Denis. Mit Pfefferspray, Kampfmesser, Schlagstock und eben der Axt bewaffnet marschierten Denis und fünf andere Jugendliche zum Treffpunkt der Linken. Dort gegen 22.30 Uhr angekommen stürmte man in das Haus, Denis mit der Axt vornweg. Doch dass er mit dieser Menschen bedroht haben soll, daran konnte oder wollte er sich der Zittauer in der Verhandlung nicht mehr erinnern. „Das habe ich nicht getan.“ Angst und Schrecken habe er in dieser Nacht verbreiten wollen, das stimmt. Und voran gestürmt sei er nur, weil er sich habe hervor tun wollen. Nun hat Denis H. ein Problem: Diese Aussage steht ganz im Gegensatz zu früheren Aussagen in der polizeilichen Befragung oder in Gesprächen mit der Jugendgerichtshelferin. Hier hatte Denis schon mal das Losgehen mit der Axt auf Menschen als möglich eingeräumt, nur könne er sich an die Vorfälle damals nicht mehr erinnern. Was an jenem Abend wirklich in der Äußeren Oybiner Straße vorgefallen ist, soll nun die Verhandlung ergeben. Bis Mitte Juli sind Termine angesetzt. 

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Zittauer Nazis zu geringsten Strafen verurteilt
In anderen liberaleren Städten hätten solche Urteile wohl ein Echo nach sich gezogen. Wenn Nazis wegen einem brutalen Übergriff lediglich verwarnt und mit einer Geldstrafe geahndet werden, dann ist das viel zu wenig. Die Tat liegt bereits drei Jahre zurück und nun dieses Urteil. Beim Maifeuer am Oybin ende April 1999 hatten Neo-Nazis zwei Nichtrechte Jugendliche gejagt und bedrängt. Nach einer Hetzjagd stürzte eines der Opfer eine Treppe hinab und brach sich den Arm.

Beim zweiten Vorfall, jagten Nazis 2 Nichtrechte durch Zittau und schlugen diese während des Zittauer Stadtfestes 2000. Eine Frau, die dokumentieren wollte, wurde ebenfalls verletzt. Auch hier nur eine Geldstrafe. Dieser Fall hatte für Aufmerksamkeit gesorgt, da es beim Stadtfest 1999 zu mehreren Nazi-Attacken auf alternative Zittauer Lokalitäten gekommen ist. Die Vorfälle wurden von der Polizei erst nicht aufgenommen und nur durch das Engagement vom Lokalredakteur Peter Chemnitz öffentlich gemacht. Und weil das ja eigentlich ganz liebe Jungs sind, wird ihnen für die anderen rassistisch motivierten Taten gleich mit Amnesty gewunken.

Sächsische Zeitung (ZITTAU)
Dienstag, 14. Mai 2002

Geschubst, gejagt, geschlagen, getreten
Jugendliche nach drei Jahren wegen Schlägereien beim Maifeuer in Oybin und beim Zittauer Stadtfest angeklagt

Von Mario Sefrin

Gleich in mehreren Verhandlungen im Zittauer Amtsgericht mussten sich jetzt rechte Jugendliche wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Taten lagen schon einige Jahre zurück: Sie passierten beim Maifeuer 1999 in Oybin und beim Stadtfest 2000 in Zittau.
Eingekreist und geschlagen haben sollen sie den jungen Dresdner, außerdem die Treppe hinuntergestoßen, so dass sich das Opfer einen Bruch des Unterarms zuzog. Die Anklage der Staatsanwaltschaft listete das Geschehen vor drei Jahren genau auf: Beim Maifeuer 1999 in Oybin sollen vier damals 17- bis 19-jährige Zittauer gemeinsam mit weiteren Jugendlichen zwei Gleichaltrige zuerst beschimpft und dann verprügelt haben. Außerdem wurde zwei Angeklagten vorgeworfen, im darauf folgenden Jahr beim Zittauer Stadtfest ebenfalls auf zwei Jugendliche eingeschlagen zu haben. Dieser Fall hatte damals besonders für Aufsehen gesorgt. Immerhin gab es dabei eine regelrechte Hatz über den Marktplatz, vorbei an Riesenrad und Würstchenbuden.

Drei Jahre sind eine lange Zeit, erst recht, wenn es darum geht, Straftaten aufzuklären. Das wurde in der Verhandlung des Jugendschöffengerichts deutlich. Die Angeklagten konnten sich zwar an verbale Auseinandersetzungen erinnern, auch einige Schläge mit der Hand ins Gesicht wurden eingeräumt. Beim Stoß von der Treppe jedoch wollte keiner dabei gewesen sein. Außerdem habe es an diesem Abend mehrere Schlägereien im Umfeld des Maifeuers gegeben - "wie sollen wir wissen, welche gemeint ist", argumentierten die Angeklagten. Einige hatten in der Vernehmung durch die Polizei nach der Tat noch davon gesprochen, dass es Tritte und Schläge gab.
Die Opfer dagegen konnten sich noch gut an den Vorfall erinnern. "Wir haben zusammen auf einer Bank etwas abseits vom Maifeuer gesessen, als plötzlich zwei Jugendliche kamen und zuerst diskutierten, später aber einfach losschlugen", erzählte ein Geschädigter in der Verhandlung. Mit der Zeit seien immer mehr Personen hinzugekommen. "Wir wurden geschubst und geschlagen. Als wir weg wollten, wurden wir verfolgt", berichtete der Jugendliche, der sich später beim Treppensturz den Arm brach.

Beide Geschädigte erkannten im Gerichtssaal jedoch nur einen Angeklagten als damaligen Tatbeteiligten wieder. An die anderen drei Mitangeklagten konnten sie sich dagegen nicht erinnern. "Es war dunkel, da haben wir nicht viel erkannt." So wurde ein Angeklagter wegen gefährlicher Körperverletzung verwarnt, außerdem muss er 500 Euro an einen Geschädigten zahlen. Die anderen drei Angeklagten wurden zumindest im Fall "Maifeuer" freigesprochen.
Jedoch nur zwei dieser drei Jugendlichen konnten aufatmen. Der dritte dagegen wurde ebenfalls verwarnt - wegen der Schlägerei beim Zittauer Stadtfest 2000. Hier erkannten ihn der Geschädigte und weitere Zeugen in der Verhandlung als Beteiligten wieder. Das Gericht sah es darum als erwiesen an, dass er einen jugendlichen Stadtfestbesucher von hinten angegriffen und ihn geschlagen hatte. Als eine Zeugin bei dieser Auseinandersetzung Fotos machte, wurde sie von mehreren Jugendlichen über den Markt gejagt, zu Fall gebracht und geschlagen. Nun muss der Täter ebenfalls 500 Euro an einen geschädigten Jugendlichen zahlen.

Ein Zusatz: Eine weitere Verhandlung zur Körperverletzung beim Oybiner Maifeuer gegen einen beteiligten Jugendlichen wurde wegen anderer Strafen eingestellt.

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Zittauer Neonazi zu 5 Jahren Haft verurteilt. 

Dass das Opfer noch lebt grenzt an ein Wunder, so leidet das 31-jährige Opfer heute immer noch an Gedächtnisstörungen, die Brutalität mit der am 18.Mai 2001 die zwei Neonazis aus dem Zittauer NJB-Umfeld vorgegangen sind, hätte auch für eine wesentlich härtere Anklage reichen können. Mindestens "Versuchter Totschlag" oder "Versuchter Mord", denn der 31-jährige lag zwischenzeitlich im Koma und kam danach auf die Intensivstation. Doch Alkohol rechtfertigt wie so oft auch hier, die Tat, Deutsche demnach dauerbesoffen. 

Trotzdem sollte der Fall nicht in den Akten verschwinden, sieht man hier wieder einmal ganz deutlich die unterschlagende Informationspolitik des Görlitzer Polizeisprechers Uwe Horbaschk und seiner Amtsgenossen. Er konstatierte an diesem jenen Wochenende im Mai 2001, wo das Toleranzfestival der "Augen Auf" - Leute stattgefunden hat, dass es ein ruhiges Wochenende gewesen sei. Doch ein rechter Mordversuch, Beschimpfungen und die Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen sind keine Bagatelldelikte. Dass selbe gilt für den rechten Überfall auf einen alternativen Club in Zittau am 02.11.2001 und den Polizeieinsatz während einer Nazi-Party im NJB-Haus am 02.03.2002, wo die nötigen Polizeiinformationen entweder Tage später oder nur durch Druck der Lokalpresse an das Licht der Öffentlichkeit gelangt sind.

Sächsische Zeitung (Zittau)
14. März 2002
Fünf Jahre für einen Zittauer Schläger

GÖRLITZ - Für fünf Jahre muss der 24-jährige Oliver D. ins Gefängnis, davon maximal zwei Jahre in eine Entziehungsanstalt für Alkoholabhängige.

Die 2. Strafkammer des Landgerichts Görlitz erkannte den Angeklagten der schweren Körperverletzung schuldig. Im Mai 2001 überfielen Oliver D. und ein weiterer bereits verurteilter Gewalttäter einen 30-Jährigen im Gelände des Sportplatzes an der Kantstraße und misshandelten ihn eine Viertelstunde lang mit Fußtritten gegen den Kopf und in den Bauch. Der Überfallene hatte dabei äußere Verletzungen am Kopf erlitten sowie einen Venenabriss im Bauchraum. Nur den Ärzten, die den Venenabriss rechtzeitig erkannten, ist es zu verdanken, dass der Schwerverletzte nicht an den erlittenen inneren Blutungen verstarb. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 


Sächsische Zeitung (ZITTAU)
Mittwoch, 13. März 2002

Heute beginnt Prozess gegen rechten Schläger
Streit nach einer Feier mit schwerwiegenden Folgen

Görlitz. Im Görlitzer Landgericht wird heute ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen einen 24-jährigen Zittauer fortgesetzt. Der offensichtlich rechtsgerichtete Mann hatte im Mai 2001 nach einer Feier im Haus des Nationalen Jugendblocks Zittau gemeinsam mit einem Komplizen auf dem Zittauer Sportplatz Kantstraße eine Gruppe Jugendlicher verprügelt und dabei einen Mann lebensgefährlich verletzt.

Nur mit viel Glück habe das Opfer, auf das beide Täter laut Aussage des Vorsitzenden Richters "brutalst" einschlugen und eintraten, einen Aorta-Abriss in der Magengegend überlebt. Nach einem künstlichen Koma und einem Aufenthalt auf der Intensivstation leidet der Mann aus Zittau noch heute unter einer ganzen Reihe von Schäden, so der Richter.

Der Prozess startete am Montag mit der Befragung von elf Zeugen. In der heutigen Verhandlung sollen weitere vier Zeugen gehört werden, außerdem ist der behandelnde Arzt des Opfers vorgeladen. Mit einer Urteilsverkündung wird am Nachmittag gerechnet. (se)

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