Jena - "Wir wollen kein zweites Zittau werden"

Die dortigen Nazis von der "Nationalen Jugend" verfolgen ein ähnliches Ziel wie in Zittau, sie wollen ein Nazihaus aufbauen, was ihnen die Stadt bis jetzt mit der Begründung verwehrt, dass man kein zweites Zittau sein wolle. 

Diese wollen sich mit den Nazis vom NJB in Kontakt setzen und sich auch á la NJB "Nationaler Jugendblock Jena" nennen. Am 12.01.2002 veranstaltete diese Neonazigruppe eine Kundgebung in Jena. Gegenaktivitäten gab es in Jena, zum Beispiel fand sich eine liberale Opposition, die Gegenaktionen ankündigte
. Im Januar wurden unter anderem von Mitgliedern dieser Neonazi-Organisation zwei Gastprofessoren zusammengeschlagen, diese machen also wahr, was sie angekündigt haben. In Zittau hatten die Neonazis eben durch solche rassistischen Verbrechen ihr Ziel erreicht (mehr hier).

Thüringen-Link: http://www.jg-stadtmitte.de 

 
Übergriffe auf GastprofessorenDie Nationale JugendNeonaziszene in Jena nach 1989

 

SPIEGEL ONLINE - 21. Januar 2002, 18:20
Jena

Chinesischer Gastprofessor überfallen
In der Universitätsstadt Jena ist am Wochenende ein Gastprofessor aus China überfallen worden - beileibe nicht die erste Attacke auf ausländische Studenten und Wissenschaftler in Ostdeutschland. 

DPA 
Ausländische Studenten: Angst vor Pöbeleien und Überfällen 

Am Samstagabend verfolgten drei Schläger einen chinesischen Gastwissenschaftler und schlugen mit den Fäusten auf ihn ein. Der 38-jährige Professor erlitt Verletzungen im Gesicht, an den Rippen und am Knie; er musste im Nothilfezentrum versorgt werden. Die Täter, etwa zwischen 18 und 20 Jahre alt, konnten flüchten. 

Ob es sich um einen Raubüberfall oder um eine ausländerfeindliche Attacke handelt, ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Die Kriminalpolizei hat inzwischen eine siebenköpfige Sonderkommission eingesetzt. 

Das Wissenschaftsministerium reagierte auf den Überfall entsetzt. Es werde alle getan, um das Leben ausländischer Studenten und Professoren auf dem Campus sicher zu machen, sagte Ministeriumssprecher Stephan Schorn. Gegen Kriminalität außerhalb der Uni könnten Hochschulen, Studentenwerk und Ministerium aber wenig unternehmen. 

Beschimpfungen und Angriffe - kein Ausnahmefall 

"Mehrere und körperliche überlegene Täter haben sich an einem wehrlosen Opfer vergangen", sagte Rektor Karl-Ulrich Meyn. Damit hätten sie auch das Ansehen des Studien- und Forschungsstandorts Jena beschädigt. Inzwischen habe der chinesische Gastwissenschaftler in einem Telefonat erklärt, dass er seine Arbeit wieder aufgenommen habe und sich trotz des Angriffs in Jena und an der Universität wohl fühle. 

Pöbeleien, Beschimpfungen und Angriffe sind in ostdeutschen Hochschulstädten eine echte Bedrohung für ausländische Studenten und Wissenschaftler. So wurden zwei russische Hochschullehrer im Herbst 2000 in Jena überfallen; zuvor wurden in Erfurt zwei Professoren überfallen; im Juni 2000 zerrten drei Skinheads einen indischen Forscher aus einer Telefonzelle und hetzten ihren Hund auf ihn. Im vergangenen Dezember wurde ein chinesischer Student in Ilmenau verprügelt, und in Frankfurt/Oder kam es zu regelrechten Hetzjagden auf polnische Studenten. Nach Berlin kommen Gastwissenschaftler bisweilen nur, wenn sie nicht im Ostteil der Stadt leben müssen. 

Vor einem Jahr ergab eine Umfrage des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), dass immer mehr ausländische Studenten sich in den neuen Ländern bedroht fühlen und deshalb einen Bogen um die ostdeutschen Hochschulen machen. Die größten Probleme gab es dort, wo nur wenige Ausländer leben. 

Die Angst vor Fremdenfeindlichkeit bremst die Bemühungen der Hochschulen, mehr Studenten und Professoren nach Deutschland zu holen, spürbar. "Wenn Ausländer hier wie der letzte Dreck behandelt werden, ist das verheerend für unser Image", so Klaus Landfried, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Und Hubert Markl, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, ergänzte: "Wir können die hohe Qualität der deutschen Forschung nur sichern, wenn wir ihre Weltoffenheit verteidigen. Rassismus ist der Tod einer freien Gesellschaft." 



SPIEGEL ONLINE - 30. Januar 2002, 13:06
Jena

Unklare Motive für Prügelei mit Gastdozenten

Rund 5000 Menschen haben am Dienstag in Jena gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert, nachdem binnen acht Tagen Gastdozenten aus China und Russland angegriffen worden waren. Die Polizei sieht allerdings Hass auf Ausländer nicht als Tatmotiv, die Verdächtigen wehren sich vehement gegen die Vorwürfe. 

DPA 
Demo in Jena: Auf der Straße, um die Straßen auch für Ausländer wieder sicher zu machen 

Am Zug durch die Jenaer Innenstadt beteiligten sich zunächst etwa tausend Bürger, später schwoll die Demonstration auf 5000 Menschen an. Auf Transparenten forderten sie Jenas Bürger zu mehr Toleranz und Weltoffenheit auf. Damit wollten die Demonstranten nach gleich zwei Angriffen auf ausländische Wissenschaftler innerhalb von nur acht Tagen ein öffentliches Zeichen setzen. Zunächst war ein chinesischer Professor von Unbekannten zusammengeschlagen worden, dann ein russischer Gastdozent. 

Ob dahinter tatsächlich Ausländerfeindlichkeit als Motiv steckt, ist jedoch unklar. Zumindest beim Übergriff auf den russischen Botaniker waren Polizei und Staatsanwaltschaft davon zunächst ausgegangen. Der 32-Jährige hatte berichtet, er sei am frühen Sonntagmorgen in einen Streit mit drei Männern in einer Jenaer Bar geraten, später beim Verlassen des Lokals von ihnen verfolgt und angegriffen worden. Einer habe gesagt: "Mein Großvater hat nicht genug Russen erschossen." Der Gastdozent erlitt Gesichtsverletzungen. 

"Wirtshaus-Rauferei" oder Hass auf Russen? 

Bereits am Montag nahm die Polizei einen der Verdächtigen fest, zwei weitere stellten sich in Begleitung ihrer Rechtsanwälte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben sie lediglich ihre Beteiligung an der Prügelei zugegeben; Geständnisse habe es aber nicht gegeben. Nach ihrer Vernehmung waren die 34-jährigen Männer wieder freigekommen. 

Über den Verlauf der Auseinandersetzung gibt es widersprüchliche Angaben. Nach Angaben des thüringischen Innenministers Christian Köckert (CDU) haben die Verdächtigen keine Verbindungen zur rechtsextremen Szene; auch die Staatsanwaltschaft sieht bisher keine Gewissheit für eine fremdenfeindliche Straftat. Unterdessen sprach der Anwalt eines der Beschuldigten von einer "Wirtshaus-Rauferei" und kündigte Strafanzeige gegen den russischen Wissenschaftler wegen falscher Verdächtigungen an. 

Die drei Verdächtigen stellen die Situation völlig anders dar als der Wissenschaftler und machen ihn verantwortlich: Ihren Aussagen zufolge soll der angetrunkene Dozent sinngemäß gesagt haben, sein Opa habe im Krieg nicht genügend Deutsche umgebracht haben. Wie Oberstaatsanwalt Ralf Mohrmann berichtete, sei der Streit nach Darstellung der drei Männer auf der Straße erkaliert. Der russische Dozent habe von einem gezielten Kopfstoß gegen sein Gesicht gesprochen, der mutmaßliche Angreifer dagegen von einem zufälligen Zusammenstoß. 

Die Hochschulen und die Stadt Jena bangen um ihren Ruf, zumal es in ostdeutschen Hochschulstädten in den letzten Jahren eine ganze Kette von Angriffen auf ausländische Wissenschaftler und Studenten gab. An der Demonstration nahm auch Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski (CDU) teil. 

Die Universität und die Stadt wehrten sich gegen die "wenigen und moralisch stumpfen Köpfe, die Jena in Verruf gebracht" hätten, sagte Uni-Rektor Karl-Ulrich Meyn. Die überwältigende Mehrheit der Jenaer sei weltoffen und aufgeschlossen für das Fremde, das Chance und Bereicherung bedeute. "Wir wollen möglichst viele ausländische Gastwissenschaftler und Studenten", so Meyn bei der Kundgebung. 

Uni, Stadt und Wirtschaft bangen um den Ruf 

Studentenvertreter Daniel Gohlke erinnerte daran, dass die Universität bereits vor einem Jahr gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert hatte, nachdem zwei russische Wissenschaftler in Jena überfallen worden seien. Die Polizei plant offenbar stärkere Streifen und Videoüberwachung an der Universität. Gohlke hält dies allerdings für eine zweifelhafte Antwort. 


AP 
Lothar Späth: "Nicht wegschauen" 


Auch Lothar Späth, Vorstandschef von Jenoptik, hat die Angriffe auf Gastdozenten verurteilt. Solche Vorfälle hätten eine verheerende Wirkung für den Ruf der Universitäts- und Industriestadt als Innovationszentrum in den neuen Ländern, sagte er. Der frühere Ministerpräsident Baden-Württembergs forderte die Bürger auf, nicht wegzuschauen, wenn zugeschlagen werde. 

 

Kundgebung der Nationalen Jugend Jenas

Am Samstag, den 12.01.2002 veranstaltete die "nationale Jugend Jenas" eine Kundgebung auf dem Jenaer Marktplatz. Es erschienen ca. 80 JungNationale - unter ihnen Ralf Wohlleben (Kreisvorsitzender der NPD Jena) sowie Andre Kapke (Thüringer Heimatschutz). Thema war die Forderung nach einem selbstverwalteten nationalen Jugendzentrum, allerdings konzentrierten sich die Reden von Ralf Wohlleben und Christian Kaiser (Sprecher der nationalen Jugend Jenas) auf Diffamierung von Projekten der Stadt Jena (wie das Stadtprogramm gegen Rechtsextremismus etc.). Durch zwei Liedermacher aus Thüringen, Karaoke und eine Tombola wurde versucht die Zeit zu füllen. Gegen 18.00 Uhr wurden die JungNationalen unter Polizeischutz aus dem Stadtzentrum geleitet. Von den JungNationalen selber wird die Veranstaltung als erfolgreich eingeschätzt, welche "(...) teilweise sogar festartige Stimmung bekam. (...)" [aus Kundgebungsbericht der Nationalen Jugend Jena - Homepage derselbigen]

Angekündigt wurde von den JungNationalen außerdem, daß sie diese Art des Protestes in Kürze wiederholen werde, denn: "(...) so lange die Stadt uns keine Räume zur Verfügung stellt, erklären wir halt den Jenaer Markt als unser Jugendzentrum. (...)" [aus Kundgebungsbericht der Nationalen Jugend Jena - Homepage derselbigen]



In Zittau gibt es bereits ein nationales Jugendzentrum - die nationale Jugend Jenas hat sich mit ihnen in Verbindung gesetzt, um Tipps, Infos, Unterstützung etc. zu bekommen... mehr Infos zu Zittau gibt's hier 

ein Artikel aus der OTZ vom 13.12.2001 zur "Nationalen Jugend Jenas"

 

Klares Nein zu Absichten der Rechten Jena
"Gegen Intoleranz - Für Zivilcourage - Jena macht Mut"

Ostthüringer Zeitung, 9. Januar 2002: Unter diesem Motto veranstalten das Aktionsbündnis gegen Rechts und die am Runden Tisch für Demokratie vertretenen Initiativen am Sonnabend ab 14 Uhr vor der Stadtkirche eine Kundgebung.
Anlass ist die eine Stunde später beginnende Kundgebung der "Nationalen Jugend Jena" auf dem Marktplatz. Mit ihrer Veranstaltung wollen die "national" gesinnten Jugendlichen ein Kampf- und Aktionsjahr eröffnen, dessen Ziel ein selbstverwaltetes jungnationales Jugendzentrum ist. 
Einem solchen Jugendzentrum hatte der Stadtrat jedoch bereits am 2.11.2001 eine klare Absage erteilt. 

Vorbild für das den Rechten vorschwebende Jugendzentrum ist offenbar eine ähnliche Einrichtung in Zittau, die der dortige Stadtrat abgesegnet hatte. Inzwischen wird das "Modell Zittau" vom sächsischen Verfassungsschutz als ein Ort beschrieben, an dem regelmäßig Veranstaltungen stattfinden, die rechtsextremistischer Betätigung dienen. Dort würden rechtsradikales Gedankengut verbreitet und neue Anhänger für die rechtsradikale Szene rekrutiert. 

Michael Ebenau vom Aktionsbündnis gegen Rechts geht davon aus, dass ähnliches für Jena beabsichtigt ist. Dafür spricht, so Stadtjugendpfarrer Lothar König, nachgewiesenermaßen die Verbindung der rechtsgerichteten Jugendlichen zur NPD. Rainer Hartmann/Kontakt- und Koordinierungsstelle des Stadtprogrammes gegen Rechts betonte, dass solchen Absichten ein klares "Nein" entgegengesetzt wird.
Ein Zeichen gegen das Vorhaben der "Nationalen" sei die Breite des Aktionsbündnisses, für das u.a. der Oberbürgermeister, DGB-Chef Ostthüringen Dietmar Härtel und Superintendent Diethardt Kamm sprechen werden. Im Rahmen der Kundgebung auf dem Kirchplatz wird ab 14.30 Uhr zum "Café in der Kirche" eingeladen mit verschiedenen Angeboten, darunter Filmen, Infos und Gesprächen. Zuvor wird um 12.15 Uhr Uhr eine Mahnwache gegen Terroranschläge und Krieg abgehalten.

Quelle: OLZ, 9 November 2001 (jm)

 

über die entwicklung des rex. in jena mitte der 80er bis anfang der 90er jahre

im prinzip ging das ganze los mit der entwicklung der punkszene anfang der 80er jahre, von denen sich immer wieder einige die haare abschnitten und faschistische symbole trugen, um die provokationen gegen die gesellschaft zu verstärken. d.h., es kamen hakenkreuze und der ganze dreck ins spiel. und natürlich fanden diese idioten die deutschen tugenden (ordnung&sauberkeit usw.) ganz toll. diese entwicklung passierte natürlich nicht nur in jena und auch nicht besonders ausgeprägt. vielmehr passierte dies überall, und in jena sogar etwas weniger. schließlich war ja gerade die "linke" tradition (friedensbewegung) relativ stark. es gab aber trotzdem einige. ab mitte der 80er änderte sich das bild, es bekannten sich jugendliche zum rechtsextremismus, die vorher keiner protestbewegung angehörten. diese orientierten sich einerseits an dem bild, welches in den ddr-medien gezeichnet wurde und welches ihnen vermittelte, absolute ddr-gegner sein zu können. rekrutierungsbasis war im größerem maße das fußballumfeld. eine der führungsfiguren war kai withur, sohn eines polizei- oder stasi-offiziers, der politisch neutrale leute durch seine aussagen in den knast brachte, wo sie dann zu nazis wurden. auf der anderen seite orientierte sich diese neue generation von nazis ganz stark an den alten nazischinken, wie "mein kampf", und interessierten sich zunehmend für die erlebnisse ihrer großväter im weltkrieg. d.h., es wurden "wallfahrten" in kleinerem kreis kriegsschauplätzen unternommen, besonders in die wälder rings um berlin, wo auch noch waffen gefunden werden konnten. teilweise erhielten diese leute auch schon unterstützung aus dem westen. diese generation neonazis, die teilweise heute noch aktiv ist, begann schon deutlich vor der wende ihre karriere, nämlich so ab 1985-88. zu diesen leuten gehören:

-kai withur, lobeda
-mario beythin, lobeda, heute betreiber des tattoo-shops in der talstraße und einer kneipe im gleichen haus zusammen mit kräfte; zeitweilig als dealer tätig, arbeitet heute mit den betreibern des "madleys" in der wagnergasse zusammen, hatte ´88 ein hakenkreuz an kette
-kräfte, s.o.
-greenpeace, nord, war verteiler von fap-material, heute mehr hool-orientiert
-heiko ebert, nord, heute skinhead
-mark henze, westviertel, langjähriger nation+europa-abonnent, war ´91 auf npd-parteitag in erfurt, orientierte sich daraufhin nach saalfeld/rudolstadt, um 1992 dort kontakte u.a. mit tino brandt, mehrfach wegen u.a. körperverletzung vorbestraft, 1993 oder 94 kurz vor todestag von rudolf heß in unterbindungsgewahrsam genommen wegen möglicher rädelsführerschaft, gegen ihn wurde neben andre kapke wegen einer sprengstoffattrappe in form einer puppe mit judenstern an einer autobahnbrücke in lobeda ermittelt allerdings folgenlos, 1999 beteiligung an der nazidemo in bad berka
-schöndorfer, westviertel, stach ca. 92 bei einem raubüberfall einen alten mann nieder, beteiligte sich 1998 an npd-ständen

schon 1989 gab es eine reihe von angriffen insbesondere gegen schwarze und vietnamesInnen, die teilweise, mit ziegelsteinen nach ihnen werfend, von ihren arbeitsplätzen bei zeiss kommend, durch die stadt gejagt wurden. eine größere anzahl punks wechselte 1990 die seiten: auge, zwiebel, usw., etwa 8-10 leute. diese beteiligten sich sofort an überfällen, z.b. zu himmelfahrt 1990 auf das besetzte haus karl-liebknecht-str. 58. an diesem tag überfiel eine gruppe von 25 nazis das haus und zerstörte ein teil der einrichtung. die besetzerInnen wurden nicht verletzt, weil sie im garten saßen und nicht sofort bemerkt wurden. auch war die polizei relativ schnell vor ort und nahm fast alle nazis fest, die gefesselt auf einen lkw geworfen(!) wurden. am 20.4.1990 fand eine größere "führergeburtstagsfeier" in einer laubenpieperkneipe am birnstiel statt. es waren etwa 100 nazis aus jena beteiligt und eine reichskriegsfahne gehißt. etwa 40 von ihnen zogen richtung jena-ost zum besetzten haus. allerdings war die polizei schneller und nahm an einer straßensperre 30 von 40 nazis fest. da das in der nähe der kl 58 geschah, hatte mensch vom dach des hauses einen großartigen ausblick auf das geschehen...

im januar oder februar 1990 gab es zwei überfälle auf die räume der jg stadtmitte/offene arbeit. in denen sich damals die autonome antifa immer montags traf. beim ersten überfall wurden wasserleitungen im ganzen haus zerstört, beim zweiten wurde versucht, das haus anzuzünden, was aber aufgrund der feuchtigkeit nicht gelang. in der nacht vom 2. zum 3. oktober 1990 gab es einen weiteren überfall auf die kl 58. da diesmal überhaupt keineR anwesend war, um zu verteidigen - alle waren im alten kassablanca, das in den wochen zuvor ständig angegriffen worden war - wurde die einrichtung schwer zerstört und danach von den bewohnerInnen aufgegeben, die zum überwiegenden teil nach berlin zogen oder sich ins kassa integrierten. bei den zahlreichen überfällen auf das kassa gab es auch heftige und erfolgreiche, weil schmerzhaft für diese, gegenwehr gegen die immer dreisteren faschos. dennoch gingen die angriffe weiter: eine scheibe wurde eingeschlagen und mit einer pistole gas verschossen, zweimal flagen mollis in den eingangsbereich usw.

weitere überfälle gab es auch auf den kukuk e.v. in der jenergasse 6. ab 1991 gab es wieder ein besetztes haus in jena, in der brandströmstr. 6, auch in jena ost. auch hier gab es wieder überfälle mit steinen und mollis. einmal wurde aus einem vorbeifahrenden auto ein schuß aus einer schrotflinte auf ein fenster abgegeben. nur durch zufall wurde niemand verletzt, einige schrotkörner staken 10 cm neben dem kopf einer frau in der wand. die polizei interessierte sich nicht weiter dafür. nachts wurden um das haus herum linke jugendliche abgefangen. grund dafür war auch ein von nazis "besetztes" haus in jena-ost in der schulstraße. sie wohnten zwar nicht dort, aber trafen sich immer wieder dort. eines abends wurde ihnen klargemacht, daß sie dort nichts zu suchen hatten: die dort angetroffenen jungnazis wurden fotografiert und mußten die naziparolen an den wänden übersprühen bzw. antifa-losungen anbringen. danach stand das haus wieder leer. als racheaktion rannten dann am hellichten tag einige nazis leuten in der stadt hinterher. 1992 wurde auch einer jungen frau vor den kof getreten, wodurch sie einen schädelbruch erlitt. eine andere erhielt einen tritt in den unterleib, woraufhin ihr die eierstöcke entfernt werden mußten.

damals zelteten in lobeda-ost an der hauptstraße vor einem wohnblock mehrere nächte lang etwa 30 nazis, auch von außerhalb und griffen massiv jugendliche in der gegend an. zu einer reihe von vorfällen in diesem zeitraum gibt es eine sammlung von gedächtnisprotokollen.

03.02.2001 Jena - 
antifaschistische Demonstration gegen Naziaufmarsch und staatlichen Rassismus

Pressemitteilung der "Initiative gegen Naziaufmärsche"

Antifaschistische Blockade vereitelt Nazi-Kundgebung auf dem Jenaer Holzmarkt - 500 Menschen demonstrierten gegen rechts - anschließende Protestdemonstration gegen staatlichen Rassismus zum Polizeirevier

Am heutigen Samstag, dem 3.2., demonstrierten rund 80 Anhänger der faschistichen NPD/ JN und des Thüringer Heimatschutzes (THS) im südlichen Teil der Jenaer Innenstadt. Der Aufzug stand unter dem Motto "Gewalt ist ein Problem dieser Gesellschaft - Wenn nur ,rechte' Gewalt thematisiert wird, ermutigt das andere Schläger". Die Nazis hatten eine Kundgebung am Holzmarkt geplant.

Aufgerufen von der Initiative gegen Naziaufmärsche versammelten sich jedoch kurz vor dem Eintreffen der Faschisten ca. 200 vorwiegend Jugendliche Gegendemonstranten und blockierten die Route. Parolen wie "No pasaran - sie kommen nicht durch" und "Nazis raus" schallten der braunen Brut entgegen. Etliche Bürgerinnen und Bürger der Stadt Jena sowie Flüchtlinge aus dem Asylberwerberheim in Jena-Forst schlossen sich dem Protest an. Die Polizei sah sich schließlich gezwungen, die Nazidemonstration umzuleiten; die geplante Kundgebung am Holzmarkt mußte ausfallen.

Nachdem die Faschisten abmarschiert waren, führten ca. 500 Menschen aus unterschiedlichen politischen Spektren eine antifaschistische Demonstration zum Markt durch. Neben Repräsentanten der Parteien sprachen dort Vertreter der Antifaschistischen Hochschulgruppe, der Schülerinitiative Enrages, der IG Metall-Sekretär Michael Ebenau sowie Osaren Igbinoba als Vertreter der Flüchtlingsorganisation The Voice. Die Ansprachen des SPD-Fraktionsvorsitzenden Albrecht Schröter und des OB Peter Röhlinger wurden durch Zwischenrufe von Jugendlichen gestört, die den etablierten Parteien und den Behörden vorwarfen, durch ihre Ausländerpolitik Nazis Vorschub zu leisten und die Gewalt von rechts zu verharmlosen.

Im Anschluß formierte sich eine Spontandemonstration gegen staatlichen Rassismus mit 200 Teilnehmern, die zur Polizeidirektion Am Anger führte. Anlaß war die ohne jegliche Begründung am gestrigen Tag erfolgte Festnahme einer Asylbewerberin aus Sierra-Leone und deren befürchtete Abschiebung. Nach ca. einer halben Stunde erklärte die Polizei, daß die Betroffene aufgrund des Verdachts auf ein Gewaltverbrechen, und nicht im Zusammenhang mit einer Abschiebung, festgenommen worden sei. Ungeachtet der in diesem konkreten Fall anderen Sachlage erhalten die Teilnehmer dieser Demonstration ihre Kritik an der unmenschlichen staatlichen Flüchtlingspolitik aufrecht. "Diesem Fall", so erklärte eine Demonstrantin, "stehen unzählige überfallartige Verhaftungen von Flüchtlingen zum Zweck ihrer Abschiebung in Folterstaaten gegenüber. Diese Politik der BRD hat in den letzten Jahren Dutzende Menschenleben gefordert."

Insgesamt bewertet die Initiative gegen Naziaufmärsche die Aktionen von heute als Erfolg. Ihr Sprecher Markus Fricke erklärt hierzu: "Es ist uns unter ungünstigeren lokalpolitischen Bedingungen als 1998 gelungen, an die positive Tradition, Naziaufmärsche in Jena erheblich zu behindern, anzuknüpfen. Unsere Aktion hat klar gezeigt, daß nur das direkte Eingreifen engagierter Antifaschisten, ungeachtet versammlungsrechtlicher Verbote, den rechten Vormarsch stoppen kann."

Initiative gegen Naziaufmärsche